Fortbildung
Angebote für Fortbildungen/Präsentationen
1. Kindheit & Trauma
Ursachen, körperliche und seelische Folgen von Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen
Ausführliche Darstellung der Traumatheorie aus psychologischer, neurologischer und pädagogischer Perspektive. Präsentation der Ursachen, unterschiedlichen Arten und komplexen Folgen von Traumaerfahrungen bei Kindern, Jugendlichen sowie im Erwachsenenalter. Angeschnitten werden auch die hirnphysiologischen Veränderungen, die die massiven Verhaltensauffälligkeiten und Symptome von traumatisierten Kindern und Jugendlichen erklären können, inkl. ein kurzer Überblick über die wichtigsten traumatherapeutischen Methoden.
2. Bindung, Trauma, Bindungstrauma
Chancen und Risiken der frühkindlichen Bindungsentwicklung
Präsentation der Bindungstheorie (Bowlby, Ainsworth) und ihrer Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung sowie für die spätere Persönlichkeitsentwicklung aus traumatheoretischer Perspektive. Die unterschiedlichen Bindungsqualitäten bei Kindern (Bindungstypen, Verhaltenstypen) und der ihnen zugrunde liegenden Störungen werden ausführlich erläutert. Eine Traumaerfahrung kann als die schwerwiegendste Herausforderung für eine gesunde Bindungs-, Beziehungs- und Identitätsentwicklung gelten: Eine zusammenfassende Wiederholung der Traumatheorie ist dabei die Grundlage zum Verständnis für den zentralen Begriff des Bindungstraumas (Ruppert, Brisch) und seiner Folgen für die Bindungs- und Beziehungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Die transgenerationale Weitergabe von Traumata über mehrere Generationen hinweg wird erläutert und begründet.
3. Beziehungsarbeit mit (bindungs-)traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Verständnisgrundlagen und Handlungsangebote
Fortbildung/Präsentation, die auf die pädagogische Beziehungsgestaltung mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen im Kontext der stationären/ambulanten Jugendhilfe und weiterer pädagog. Arbeitsfelder (z.B. Schule, Förderschule) zugeschnitten ist. Schwerpunkte sind zum einen die zugrundeliegenden neurobiologischen Erklärungsmodelle für menschliche Beziehungen (Spiegelneurone & körpereigenes Motivationssystem) sowie pädagogisch-therapeutische Grundlagen der Beziehungsgestaltung (z.B. Empathie, Übertragungen-Gegenübertragungen). Im zweiten Teil geht es um die besonderen Risiken (z.B. Bindungsfalle, Retraumatisierung, Verstrickung) und Chancen (v.a. traumapädagogische Interventionen) im Umgang mit schwer (bindungs-)traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Konkrete Handlungsempfehlungen in emotionalen Stresssituationen bzw. zu besonderen Themen (z.B. Flashback, Spaltung) werden am Einzelfall verdeutlicht.
4. Sexuelle Traumata und sexualisierte Gewalt
Dieses Modul baut inhaltlich auf den voraufgegangenen Angeboten auf. Die praxisorientierte Fortbildung führt ein in die komplexen Erscheinungsformen, Ursachen und Kontexte sexueller Gewalt und deren spezifische Folgen für die seelische Integrität, Entwicklungs- und Beziehungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Als besonders gravierende Form von Traumatisierung verursachen sexuelle Traumata bei den Betroffenen eine tiefgreifende Schädigungsdynamik, die sich nicht selten gegen die eigene Person richtet. Vielfältige Formen selbstverletzenden Verhaltens, Reinszenierungen auf der Täter- und Opferseite sowie intensive Übertragungen und Projektionen im pädagogischen Kontext erfordern große Klarheit und Abgrenzungsfähigkeit von den professionellen Begleitern. Möglichkeiten zum angemessenen Umgang sowie zur Prävention werden vorgestellt.
Hinweise: Alle Fortbildungen werden anschaulich und mit vielen grafischen Darstellungen und Erklärungen (im Powerpoint-Format) präsentiert. Ein Skript mit einem Überblick über die wesentlichen Inhalte wird im Anschluss verschickt. Die Angebote 1. bis 4. bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln gebucht werden.
Die einzelnen Fortbildungs-Module können von Institutionen je nach Interesse und zeitlichen Möglichkeiten in individuell verfügbaren Einheiten für Inhouse-Seminare abgerufen werden:
Intensive Fortbildung (ausführliche Darstellung inkl. Vertiefung eines komplexen Themenbereichs mit ergänzenden Randthemen, Erörterung von eigenen Fragestellungen/Falldarstellungen, Diskussionen, Workshop-Elemente): 2 Tage á 6-7 h
Fortbildung: 1 Tag á 6-7 h (ausführliche Darstellung eines ausgewählten Themenbereichs, Diskussion, Erörterung eigener Fragestellungen/ Falldarstellungen)
Vortrag/Präsentation: ca. 2-3 h (überblickshafte Darstellung eines ausgewählten Themenbereichs ohne Vertiefung; Diskussion)
Zusätzliches Angebot:
Kompakt-Angebot: Ein sechsteiliger Grundlagen-Kurs "Trauma und Pädagogik" (6 mal 2 Tage im Abstand von ca. 2 Wochen) wird als qualifizierende Weiterbildung mit allen oben aufgeführten Inhalten für pädagogische Fachkräfte zweimal pro Jahr über die Katholische Hochschule Köln / Abt. Fort- und Weiterbildung angeboten (Frühjahrskurs - Herbstkurs; Zertifikat wird erteilt; Bildungsscheck möglich): www.katho-nrw.de/weiterbildung